Suche
  • Maria Wunder

Starke Frauen braucht das Land

Ich bin nicht die typische Feministin. Ich möchte gerecht behandelt, aber keineswegs bevorzugt werden. Frauen und Männer sind Menschen. Menschen sind gleichberechtigt. So sollte es sein. Eigentlich sollte mein neuer Blogeintrag gar nicht so gedankenvertieft starten, aber manchmal kommt es eben so, wie es kommt. Außerdem möchte ich mit den vorhergehenden Sätzen vielleicht ein wenig die Wahl meines Blogbeitragsbildes erklären. Ich bin stark. Du bist stark. Wir alle sind stark.

Ich habe für mich persönlich eine ziemlich starke Entscheidung getroffen. Denn auf dem Bild oben seht ihr mich in meiner neuen Wohnung. Nach neun Jahren habe ich meine Wahlheimat Mannheim verlassen - auch wenn es mich tatsächlich immer noch traurig macht - macht es mich genauso glücklich. Denn wer hätte gedacht, dass ich in 2020 so viel Glück haben werde? Ich nicht. Aber ich gönn' es mir - denn schließlich soll man hin und wieder auch etwas Gutes für sich selbst tun.


Heute Mittag hatte ich ein Interview mit dem Schwarzwälder Boten, welches ich aufgrund meiner neuen Anstellung als stellvertretende Musikschulleiterin der Städt. Musikschule Calw geben sollte. Die Redakteurin fragte mich, ob ich geplant hatte zurück in meine Heimat zu ziehen und ob ich mich deshalb auf die ausgeschrieben Stelle beworben hatte. Ja. Tatsächlich. Zumindest ein wenig. Als die Coronapandemie auf Hochtouren lief, hatte ich mir unbeschreiblich viele Gedanken darüber gemacht, wieder nach Hause zu ziehen. Nicht nur, weil ich zur Zeit der Pandemie die meiste Zeit im schönen Schwabenland war. Auch weil sich meine Situation in Mannheim enorm geändert hatte. Mannheim war für mich immer eine Stadt der Vielfältigkeit und der Möglichkeiten. Ich mache meiner Wahlheimat keineswegs einen Vorwurf, aber für mich war mit dem Shutdown einfach wirklich Vieles verloren gegangen.


Schon immer habe ich das Internet durchforscht und nach der perfekten Stelle für mich geschaut. Dass ich doch tatsächlich irgendwann wirklich den Schritt gehen und Mannheim verlassen werde - damit hatte ich nicht gerechnet. Erst recht nicht so schnell. Aber eines Tages kam mir diese Stellenausschreibung über den Weg und es hat KLICK gemacht. Ich wusste: das ist die ideale Kombination meiner Berufsbilder, der Job liegt in einer Gegend, die mir sehr am Herzen liegt und ich habe die Chance einen Neuanfang zu starten. Ich habe nicht lange überlegt! Wieso auch? Ich bin zwar eine verkopfte Person, aber im Endeffekt höre ich auf mein Herz - und bisher habe ich es noch nie bereut.


Ich habe rückblickend nichts in meiner Laufbahn bereut. Jedoch kämpfe ich oft mit mir selbst, da ich nicht die perfekte Musikerausbildung, wie manch andere Musiker oder Musikpädagogen haben, absolviert habe. Mittlerweile weiß ich aber, dass es vollkommen in Ordnung ist, denn man kommt ja schließlich auch auf Umwegen zu seinem Ziel. Dass ich mich trotz meiner "Mittleren Reife" (nur mittlere Reife - im Musikstudium sind mir wenige Personen über den Weg gelaufen, die kein Abitur oder eine Fachhochschulreife hatten) an ein Musikstudium gewagt habe, zeigt vielleicht, welch einen Ehrgeiz ich hatte. Ich schreibe bewusst - welchen ich hatte - denn wenn ich heute nochmal über meine Vergangenheit entscheiden könnte, würde ich meinem jugendlichen Ich sagen: "Maria, reiß dich zusammen und mach dein Abitur!". Vermutlich wäre mir Vieles erspart geblieben. Aber - andererseits hätte ich dann vielleicht gar nicht die Ausbildung im öffentlichen Dienst gemacht - vielleicht auch gar nicht Musik studiert.


Ich gebe zu, als ich meine Ausbildung bei der Stadt Herrenberg absolviert habe, hatte ich keineswegs im Sinn später mal an einer städtischen Musikschule in einer Führungsposition zu arbeiten. Auch in den ersten Semestern meines Musikstudiums kam mir diese Idee nicht in den Sinn. Ich wollte anderen Menschen - egal ob jung oder alt - Musik vermitteln und mit ihnen Musik erleben. Später wollte ich Menschen mit meiner Musik und meiner Begabung begeistern. Und irgendwann wurde mir klar, was meine Berufung ist. Freunde und Familie würden mich wohl stets als verrückten und kreativen Kopf betiteln - das möchte ich auch auf gar keinen Fall bestreiten. Diesen Part möchte ich auch ungern ablegen. Mein Glück, nun im Nachhinein, ist, dass ich die Mittlere Reife absolviert und anschließend meine Ausbildung im öffentlichen Dienst absolviert habe. Dass mir diese Ausbildung nicht nur in meinen privaten Angelegenheiten hilfreich sein wird - damit hatte ich vermutlich 2011, als ich mein Studium in Mannheim begann, noch nicht gerechnet.


Ich bin sehr dankbar - für den Weg, welchen ich bisher gegangen bin und welche Menschen mich begleitet haben. Ich möchte alle ermutigen, denn nicht alle Wege sind glatt. Mein Weg war ziemlich steinig, zumindest auf den ersten Blick - jedoch kann man im Nachhinein auch den Eindruck haben, dass ich alles genau so geplant hatte. Ob ich das auch tatsächlich so geplant hatte? Hmm...


#freiheit #berufswahl #kommandeinziel



140 Ansichten

© 2020 by MARIA WUNDER. Impressum